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Loslassen und sich erden

Der Herbst ist da und zeigt sich momentan von seiner schönsten Seite. Für mich steht er für Kürbisse, bunte Blätter, Wandern und Altweibersommer. Gleichzeitig  löst der Herbst eine leichte Melancholie in meinem Herzen aus. Denn es heißt  Abschied nehmen vom Sommer, von luftigen Kleidern, lauen Nächten und Grillenzirpen.
Spätestens dann, wenn die Regentage kommen, an denen der Wind ins Gesicht peitscht, Wolken grau über den Himmel ziehen und die abgefallenen Blätter nass vom Regen an den Schuhen kleben, können wir es nicht mehr verleugnen. Der herrliche Sommer ist vorbei und der Winter steht an.

Wie geht es dir damit? Fällt dir der Abschied vom Sommer leicht? Oder kannst du ebenso eine gewisse Wehmut wahrnehmen?

Der Herbst konfrontiert uns unweigerlich mit den Umbruchsphasen des Lebens. Mit Abschied, Loslassen, Rückzug und damit, dass sich etwas dem Ende neigt.  Häufig habe ich den Eindruck, dass wir Frauen diese Umbruchphasen viel deutlicher wahrnehmen. Ich denke, der Grund dafür ist, dass wir selbst hormonell jeden Monat diese Umbruchphasen in uns erleben. Der Herbst berührt uns mit Abschieds- und Vergänglichkeitsgefühlen und schafft dafür mehr Bewusstsein.

Wie geht es dir mit diesen Gefühlen? Kannst Du Vergangenes gut loslassen?

Wie so oft, ist die Natur ein hervorragender Lehrmeister. Die Bäume bereiten sich auf ihren Umbruch vor, lassen los. Es ist ein Prozess, den Blättern die Energie zu entziehen, um sie schließlich gehen zu lassen. Der Baum befreit sich damit von altem Ballast. Er konzentriert sich mehr auf sich, auf seine Wurzeln, auf das, was ihn hält. Häufig bedarf es einen kräftigen Wind, der an den Ästen rüttelt, um alle Blätter loszulassen. Doch der Baum selbst ist stark genug, diesem Wind zu trotzen.

Ich werde bei diesem Schauspiel immer wieder daran erinnert, es den Bäumen gleich zu tun. Ich denke, es ist wichtig, den Abschied war zu nehmen und sich bewusst von Altem zu lösen, was nicht mehr zu uns gehört. Es ist ein Reinigungsprozess, der notwendig ist, damit nach einer Rückzugsphase neues Erblühen kann. Nur durch den Herbst und den anschließenden Winter, können im Frühjahr neue Blätter sprießen.

Ich lade dich ein, diese Zeit des Herbstes zu nutzen, in dich zu gehen und hinein zu spüren, was du bereit bist, loszulassen.

Dies wird dir umso besser gelingen, je geerdeter du in dir bist. Wenn du in dir ruhst und in deiner Mitte bist, wird dir auch der kräftige Wind des Lebens nichts anhaben, der uns manchmal um die Ohren fegt. Doch wie kannst du dich am besten erden? Wie kommst du zurück in deine Mitte?

Hier sind meine fünf Tipps für mehr Erdung und innere Ruhe:

 

         Die Kraft der Natur:
Gehe raus und spüre die Natur. Sauge mit allen Sinnen ihre Kraft ein. Dies wird dich mit dir selbst verbinden. Genieße das Geschenk dieser sonnigen Herbsttage, das uns momentan beschert wird. Unternehme so oft du kannst Waldspaziergänge durch diese bunte, farbenfrohe Landschaft und sauge sie mit allen Sinnen ein – das leuchtende Flammenmeer der Bäume, den erdigen Geruch des Waldes, die Wärme der Sonne auf der Haut. Erinnere dich daran, wie du dich als Kind über jeden Blätterhaufen gefreut hast. Neulich habe ich dazu einen netten Spruch auf einem Post in den Social Media gelesen:
 „Man ist nie zu alt, um wild durch einen Laubhaufen zu rennen.“

 

         Bauchatmung:
Unsere Atmung ist ein wundervolles Werkzeug, um uns zu uns selbst zurück zu bringen. Nimm so oft du kannst ein paar tiefe genussvolle Atemzüge. Lass den Luftstrom tief in deinen Unterbauch einströmen, spüre, wie sich deine Bauchdecke dabei wölbt. Und dann lass mit dem Ausatmen alles los. Versuche deinen Aus-Atem länger als den Ein-Atem werden zu lassen. Nimm gleichzeitig deinen Körper wahr, vor allem deine Beide, wie du fest auf der Erde stehst.
Diese Atmung kannst du jederzeit durchführen. Oft genug läd uns das Leben durch kleine Zeitgeschenke dazu ein, inne zu halten und durchzuatmen. Sei es an der roten Ampel, in der Schlange beim Einkaufen oder wenn wir auf die U-Bahn warten. Schaffe dir auch selbst diese Momente für deine Atmenpause – unter der Dusche, bis das Teewasser kocht oder beim Händewaschen. Bewusstes Atmen bringt dich zurück in deine Mitte.

         Wärme und Geborgenheit:
Wenn die Nächte wieder kälter werden, sehnen wir uns nach Wärme und Geborgenheit. Wir möchten uns tief in Decken Kuscheln und darin versinken. Gönne dir Wärme auf unterschiedlichste Weise. Ob durch ein warmes Frühstück am Morgen, einen warmen Tee am Nachmittag, oder eine Wärmflasche für die Nacht. Auch ein Saunabesuch erfüllt uns innerlich mit Wärme und Geborgenheit. Kuschel dich nach dem Saunagang tief in deinen Bademantel und ein paar Decken und spüre die Geborgenheit, die dadurch entsteht.
Wärme tut uns gut und bringt uns, gerade in der kälteren Jahreszeit, zurück zu uns selbst.

         Ich-Zeit
Der Herbst erweckt den Wunsch, uns zurück zu ziehen. Die Aufmerksamkeit nach innen zu lenken, um ganz bei uns selbst zu sein. Schenke Dir regelmäßig Zeit mit dir selbst. Dabei gilt es nicht ein bestimmtes Programm zu durchlaufen. Achte viel mehr in diesen Ich-Zeiten darauf, was momentan dein Bedürfnis ist.  Vielleicht ist dir lediglich danach, auf der Couch zu liegen und aus dem Fenster zu schauen.  In einem meiner Lieblingsfilme „Eat - Pray - Love“ wird es das „süße Nichtstun“ – „il dolce far niente“ genannt. Und genau das brauchen wir immer wieder, um in uns die Kraft zu sammeln. Setze dir daher feste Zeiten in deinem Terminkalender für deine Ich-Zeit.

         Wohltuende Lebensmittel
Auch das, was wir essen, kann uns erden. Wir brauchen jetzt nahrhaftes Essen, das jedoch nicht zu schwer ist. In der Chinesischen Medizin werden Lebensmittel den unterschiedlichen Elementen zugeordnet. Dem Erd-Element gehören Lebensmittel an, die einen natürlichen Süßgeschmack besitzen. Spannenderweise haben auch viele unserer saisonalen Gemüsesorten einen leicht süßlichen Geschmack. Zum Herbstgemüse zählt sowohl der Kürbis, wie auch rote Beete und Kartoffeln. Weitere Lebensmittel, die uns den Herbst versüßen und uns gut tun sind Hülsenfrüchte, Maroni, Zimt,  Vanille und Ingwer.
Stärke Dein Immunsystem beispielsweise mit einem leckeren Rote-Beete-Smoothie
…hier geht´s zum Rezept

 

Nimm die Einladung des Herbstes an,  löse dich von altem Ballast und komm zurück zur dir selbst. Dann wirst sicherlich auch du beginnen, von innen heraus in deiner schönsten Farbe zu leuchten und andere um dich damit zu bereichern.

 

Teile sehr gerne deine Erfahrung mit mir: Von was bist du bereit dich zu befreien? Und was hilft dir dabei? Ich freue mich, wenn auf deine Kommentare zu diesem Artikel.

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