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weiblicher Zyklus: im Fluss mit den Lebensenergien

Heute ist ein Tag, an dem ich mich gern unter der Decke verkriechen und einfach den "Pause-Knopf" drücken möchte. Dazu trägt nicht nur das Wetter bei, sondern die Tatsache, dass ich in den nächsten Tagen meine Periode bekomme. Also schaffe ich mir eine wohlige Atmosphäre mit Tee und ruhiger Musik und entscheide mich in dieser Energie zu schreiben. Nun fragst du dich vielleicht, weshalb ich dir so ein intimes Detail offenbare.

 

Doch warum ist das Thema Menstruation und weiblicher Zyklus noch immer ein Thema,  über das selbst wir Frauen häufig nur hinter vorgehaltener Hand sprechen?

 

Immerhin betrifft es die Hälfte der Menschheit. Zudem werden wir tagtäglich davon in unseren Gefühlen, Handlungen und unserem Körpergeschehen beeinflusst. Höchste Zeit, unseren wundervollen Zyklus näher zu erforschen und die verschiedenen Phasen für unseren Alltag zu nutzen.

 

Wie gut kennst du deine unterschiedlichen Stimmungslagen,  Bedürfnisse und körperlichen Veränderungen? Wie stehst du zu deinem Zyklus? Kannst Du dich auf ihn einlassen oder nervt dich das „ständige Bluten“?

 

Unser Zyklus lässt sich in vier Phasen unterteilen, die alle unterschiedliche Qualitäten und Auswirkungen haben. Durch unser Zyklusgeschehen sind wir Frauen noch stärker mit der Natur verbunden. Denn in der Natur sind zyklische Abläufe völlig normal und sogar Zeichen des Lebens schlechthin.

 

Das Leben ist keine Konstante, wie uns manchmal die moderne Welt vorgaukeln möchte. Es gibt keine stetige Karriereleiter, kein unendliches Wachstum, kein „höher, schneller, weiter“. Alles hat seinen Rhythmus und seine Zeit. In der Natur finden wir einen sich immer wieder schließende Kreis, der sich gleichzeitig spiralförmig verändert. Kein Zyklus gleicht dem anderen doch wiederholen sich die einzelnen Stationen von Ausdehnung,  Fülle,  Rückzug und Tod. Durch das „Sich-Einlassen“ auf genau diese Zyklen entsteht Wachstum und Veränderung. So gehören zur Fülle und zum Erfolg ebenso die "schwierigen und dunklen" Zeiten.

 

Durch den weiblichen Zyklus haben wir Frauen die Möglichkeit uns noch stärker mit dieser Lebenswahrheit zu verbinden. Die Voraussetzung ist, dass wir unseren Zyklus beachten und mit ihm fließen. Leider ignorieren heutzutage viele Frauen den eigenen Zyklus, da die ständigen inneren Veränderungen uns teils in unserem Handlungsspielraum einschränken wollen. Dies steht jedoch oft gegen die Anforderungen der modernen Welt.

 

Fließt du mit deinen zyklischen Veränderungen oder versuchst du sie zu ignorieren? Wie sehr erlaubst du dir den Rückzug, wenn dein Körper danach verlangt?

 

Um uns in unserem Körper wohl zu fühlen und weiblich in Balance zu sein, gilt es im eigenen Zyklus zu schwingen. Gib dich den unterschiedlichen Qualitäten hin und sorge für dich.   Lass uns hierfür die unterschiedlichen Phasen des Zyklus näher anschauen. Betrachten wir die Qualitäten, die auf uns warten, wenn wir ganz mit unserem Zyklus schwingen.

 

    Menstruation: der Winter

So wie unsere europäische Jahreszeit mit dem Winter beginnt, startet der weibliche Zyklus mit dem ersten Tag der Blutung. Die Qualität des Winters passt dabei sehr gut zur der Qualität dieser ersten Zyklusphase.  Wir gehen körperlich in eine Art Rückzug. Wir brauchen mehr Schlaf,  Ruhe und Geborgenheit. Unsere körperlichen Energien und auch die Konzentration sind auf einem Tiefpunkt. Gleichzeitig sind viele Frauen sehr sensibel, nehmen mehr wahr als sonst und empfinden intensiver. Dies kann durchaus irritieren, wenn du nicht gut mit deinen Gefühlen umzugehen weißt. In dieser Phase reinigt sich dein Körper und verwendet dafür im Untergrund all seine Energien. Ähnlich der Natur, in der im Winter unter der Schneedecke die Kräfte gebündelt werden, um später entsprechend neu zu erblühen, brauchen wir Frauen diese Ruhepausen, um danach ganz in unsere Kraft zu kommen.

 

    Aufbauphase: Der Frühling

Lässt die Blutung langsam nach, spüren wir, dass die Kräfte zurückkommen. Tag für Tag werden wir fröhlicher und unternehmungslustiger. Die Phase des inneren Frühlings beginnt. Wir haben Lust raus zu gehen und das Leben zu genießen, sind wagemutiger und selbstbewusster. Unser Körper bereitet sich auf die Empfängnis vor und sprüht nur so vor Lebensfreude. Diese Phase können wir für uns nutzen, um Kontakte zu pflegen, neue Projekte und Vorhaben zu  beginnen und auch beruflich ordentlich Gas zu geben. Haben wir während der Menstruation genügend Kraft und Ruhe getankt, sind wir nun kaum zu stoppen.

 

    Eisprung: der Sommer
Um den Eisprung herum erfahren wir die Hochphase. Viele Frauen sind hier am stärksten mit sich selbst verbunden. Sie strahlen nach außen und ruhen im Inneren. In uns herrscht eine faszinierende Zufriedenheit mit uns und der Welt. Gleichzeitig werden wir fürsorglicher und haben offene Ohren für die Belange Anderer. Unser mütterliches Wesen kommt ganz zu Tage. Kein Wunder. Denn auch im Inneren bereitet sich alles auf das „Mutter-werden“ vor. Diese Phase kannst du wunderbar nutzen, um deine fürsorglichen Qualitäten zu nähren. Kümmere dich hier vermehrt um Mitmenschen, Freunde und Familie. Jetzt kannst du dich ganz nach Außen verströmen und gewinnst dadurch neue Energie. Gleichzeitig wirken wir – besonders auf Männer – in dieser Phase sehr anziehend.

 

    Abbauphase: Der Herbst
Hat keine Empfängnis stattgefunden, wird in dieser letzten Phase alles, was für die Empfängnis vorbereitet wurde, wieder abgebaut. Wie der Herbst auch, existieren jetzt zweierlei Kräfte in uns. Auf der einen Seite zeigen wir der Welt unsere gesamte Farbpracht, sind kreativ und immer noch nach Außen gerichtet. Es beherrscht uns ein gewisser (gesunder) Egoismus. Wir leben jetzt unser „gereiftes Selbst“ voll aus. Gleichzeitig ziehen wir uns vermehrt in uns zurück – v.a. zum Ende der Phase hin. Dies geht häufig einher mit innerer Unruhe, Rastlosigkeit und zunehmender Emotionalität. Hier gilt es gut für sich und die eigenen Gefühle zu sorgen.
Manche Frauen leiden in der letzten Hälfte des Zyklus unter PMS – dem prämenstruellen Syndrom. Dieses kann sich recht unterschiedlich äußern mit Kopfschmerzen, Unterleibsschmerzen, Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen. Verstärkt wird PMS durch ein Ungleichgewicht unserer weiblichen Hormone, was wiederrum mit unserer Beziehung zu uns und unserem Zyklus zu tun hat.

 

Gerade in unserer modernen Welt ist es nicht ganz einfach, sich selbst genügend Raum zu geben, um die unterschiedlichen Zyklusqualitäten zu leben. Doch gibt es viele Kleinigkeiten, die du für dich selbst tun kannst, um dich und deinen Zyklus zu würdigen. Der erste Schritt besteht sicher darin, dich in deinem Zyklus überhaupt wahrzunehmen.

 

Hast du für dich bereits unterschiedliche Qualitäten während deines Zyklus festgestellt? Welche Bedürfnisse hast du in den verschiedenen Phasen? Wie viel Raum nimmst du dir, um die unterschiedlichen  Phasen bewusst zu leben?

 

Auf diesem Blog, in meinem Newsletter, sowie auf Instagram, unter „weibliche_balance“, gebe ich dir immer wieder Tipps und Anregungen, wie du die unterschiedlichen Zyklus-Phasen auch im Alltag gut ausleben kannst.

Ich freue mich zudem, wenn du uns hier deine persönlichen Tipps mitteilst.

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