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Die Ruhe nach dem Sturm

„Balance entsteht nicht durch Stillstand, sondern durch den Ausgleich der Kräfte.“ (Sandra Winkler)

 

Wow. Der Sturm vor ein paar Tagen in und um München war richtig heftig und hat eine große Verwüstung hinterlassen. Ich habe den Eindruck, dass so, wie es in der Natur tobt, auch oft in unserem Leben aussieht. Ich höre zurzeit immer wieder von größeren Turbulenzen und Umbrüchen, von Herausforderungen und alt bekannten Themen, die nochmals zum Vorschein kommen und ihre Aufmerksamkeit verlangen. Unsere momentane Zeitqualität ist auf Umkrempeln ausgelegt. Das kann ganz schön kräftezehrend sein.

 

Mit welchen Herausforderungen bist du konfrontiert? Wo tobt in deinem Leben gerade ein Sturm? In welchen Bereichen ist der Sturm vorbei und was hat er hinterlassen?

 

Gerade in turbulenten Zeiten ist es eine Kunst mit sich selbst verbunden zu sein und immer wieder in die eigene Balance zu finden. Das klingt ein wenig utopisch, vor allem dann, wenn wir mitten in einer Herausforderung stecken. Da mag es sogar ziemlich aufwühlend sein, wenn wir hören: „bleib ruhig und komm zurück in deine Mitte“. 

 

Doch Balance bedeutet nicht Stillstand oder „liebliches In-Sich-Ruhen“. Es bedeutet auch nicht, die vorherrschenden Kräfte zu ignorieren oder abzutun. Das ist nicht das Leben! Es geht vielmehr darum, die Herausforderungen wahrzunehmen, anzunehmen und dabei gut für dich zu sorgen. Wir brauchen in solchen Zeiten Kraftquellen, aus denen wir schöpfen können.

 

Auch innerhalb einer Herausforderung ist es die Frage, wie wir mit unseren Kräften umgehen. Oftmals verfallen wir in einen männlichen Weg – den Aktionismus. Sei es die Kündigung, die uns überrascht und uns dazu antreibt sofort einen neuen Job zu suchen oder die Beziehung, die endet, und ein Loch in unser Herz reißt. Oder aber unser vollgepackter Terminkalender, der uns übermannt. Dieser wird gleich noch mit ein paar neuen Aktionen aufgefüllt und das Herz nebenbei mit neuen Bekanntschaften getröstet. Das berufliche Großprojekt ist abgeschlossen und sofort startet ein Neues. Die Erkältung ist noch nicht ganz auskuriert, doch sitzen wir bereits wieder am Schreibtisch oder machen eine Bergtour.

 

Wie reagierst du auf Herausforderungen? Nimmst du sie an, oder ignorierst du sie so lange es geht? Verfällst du in Aktionismus oder nimmst du dir Zeit, um zu dir zu kommen, bevor du handelst?

 

Der weibliche Weg sucht nach Ausgleich. Meist bedeutet das in die Ruhe zu kommen, sich hinzusetzen, abzuwarten, bis der Sturm vorbei ist. Dann gilt es wieder inneren Anschluss zu finden und zu spüren, was als Nächstes dran ist. Entstandene Wunden wollen Aufmerksamkeit, Pflege und Heilung. Dieses Vorgehen mag sich für dich merkwürdig und ungewohnt anfühlen. Doch wenn du für Ausgleich sorgst, bevor es weiter geht, triffst du klarere Entscheidungen, die wirklich dir und deinem Interesse entsprechen. So kreierst du Stück für Stück ein Leben, das dir gefällt, das dir guttut und in dem du erblühen kannst.

 

Herausforderungen sind demnach eine gute Schule des Lebens, die uns deutlich erkennen lassen, was in uns steckt. Interessanterweise lernen und finden wir Balance gerade durch diese Bewegung der unterschiedlichen Kräfte und deren stetigen Ausgleich. Denn wahre Balance ist nicht ein bestimmter Zustand, der als Dauerzustand herrscht. Wir Frauen sind mit den wechselnden Hormon-Kräften ein gutes Beispiel. Auch unsere Stimmung ist auf natürliche Weise Schwankungen ausgesetzt, die alle ihre Berechtigung und ihren Sinn haben. Im Gesamten entsteht so Balance in uns.

 

Es gibt so viele Bereiche, in denen wir die Aspekte der Balance lernen können. Neulich war ich mit einer guten Freundin im Park und wir übten uns auf Ihrer Slackline. Sie erklärte mir, dass man um die Balance zu halten, erst lernen muss, das Zittern zuzulassen. Wie eine Seiltänzerin schwang sie dabei immer wieder ein Bein vor das andere. Was für eine wundervolle Symbolkraft dieser Tanz auf der Slackline zum Thema „Balance im Leben“ hat.

 

Welche Möglichkeiten kennst du für dich, um deine innere Balance herzustellen? 

 

Vielleicht möchtest du ein paar der folgenden Ideen für dich testen:

 

Prüfe für dich, in welchen Bereichen deines Seins die Herausforderung stattfindet und suche dann aktiv den Ausgleich. Oftmals sind natürlich mehrere Bereiche betroffen bzw. wirken gegenseitig auf sich ein. Übrigens geht es nicht darum, quantitativ dieselbe Zeit für den Ausgleich zu investieren. Allein die Intention und die bewusste Umsetzung für einige Momente sind hilfreich.

  • Mentale Herausforderungen

stressiges Arbeitsprojekt, Lernstress, Organisation eines Umzugs oder ähnliches

 

Bei einer mental anstrengenden Phase, geht es darum die Ruhe im Kopf wieder herzustellen. Wenn unser Gehirn vollgefüllt ist mit Informationen und Gedanken brauchen wir Stille und Freiheit im Kopf.

 

Hilfreiche Tools

 

Meditation, Spaziergang in der Natur, achtsames Yoga, Musik machen, Tanzen, mentale Entspannungstechniken, kreative Hobbys

  • Körperliche Herausforderungen

aktiver Umzug, Krankheit, Menstruation, wenig oder schlechter Schlaf

 

Alles, was den Körper übermäßig fordert braucht natürlich körperlichen Ausgleich in Form von Ruhe und Körperpflege. Entspannung ist angesagt.

 

Hilfreiche Tools

 

(Selbst-) Massagen, wohltuende Bäder, Sauna (nicht bei bestimmten Erkrankungen), Schlaf / Nickerchen, Eincremen, Entspannungsübungen

  • Psychische und seelische Herausforderungen

Trennung, Konfrontation mit eignen Ängsten, Verluste, Enttäuschungen, Süchte

 

Mit diesen Themen umgehen zu lernen ist eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit und gleichzeitig liegt hier das größte Entwicklungspotential. Wesentlich dabei ist, dass du mit dir selbst geduldig bleibst und dich dir liebevoll zuwendest. Das mag am Anfang schwer sein – vor allem der liebevolle Umgang mit dir. Doch es ist ein Prozess, der sich lohnt.

 

Hilfreiche Tools

 

Gefühle wahrnehmen ohne Handlung, Meditation, Atmen (Blogartikel 4-6-Atmung), Natur, Schreiben (sich alles von der Seele schreiben), Weinen, Malen, sich spüren durch Wärme (Wärmflasche, Badewanne, Tee), Gespräche mit Vertrauenspersonen, Zeit geben

 

 

Lass uns sehr gerne daran teilhaben, was dir am besten hilft um zurück in deine Balance zu kommen.

 

Ich wünsche Dir von Herzen viel Kraft für die nächsten Herausforderungen.

 

Alles Liebe
Sandra

 

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